Vertrag

Rubrik: Berufsbezogene Themen / Çevirmenlik Mesleği · 2 Beiträge ·

Wolfgang

Liebe Freunde

ich habe von einer Privatperson den Auftrag für eine sehr umfangreiche Übersetzung bekommen. Das Projekt wird mehrere Monate dauern. Morgen wollen wir gemeinsam einen Vertrag ausarbeiten, um die Einzelheiten zu klären. Ich habe keine Ahnung was ich dabei beachten sollte. Ich habe bisher zwar schon einige Bücher übersetzt, allerdings nur für die Uni, d.h. ich bekam immer entweder einen HiWi- oder einen Werkstudentenvertrag. Nun meine Fragen an euch:

- Gibt es einen Standardvertrag für Übersetzer/Übersetzungen?

- Worauf sollte ich beim achten?

- Welche Punkte dürfen auf gar keinen Fall fehlen?

Ich wäre euch dankbar für ein paar Tipps.

Antworten (1)

Anajulia

Hallo Evina,

soweit ich weiß, gibt es keinen Standardvertrag.

Unabdingbar sind natürlich folgende Punkte:

- Art der Leistung (Übersetzung, Proofreading, etc.)

- Grundlage der Abrechnung (Pauschalpreis, nach Wörtern/Normzeilen/Anschlägen/Seiten, etc.)

- Zahlungsbedingungen

Übersetzungsagenturen haben meist ein Standard-NDA, ein Non-Disclosure-Agreement, darin wird vereinbart, dass der Übersetzer sich verpflichtet, ihm zur Verfügung gestellte Dokumente keinen Dritten zugänglich zu machen. Das kann natürlich unterschiedlich weit reichen.

Was du dir auf keinen Fall ans Bein binden lassen solltest, ist eine Verantwortung für etwaige Übersetzungsfehler. Wenn du die Übersetzung anfertigst, dann gibt es eigentlich noch mindestens eine zweite Stufe, das Proofreading, welches ein anderer Sprachprofi durchführen sollte. (DIN EN 15038) Da du nicht beides gleichzeitig anbieten kannst/solltest, kannst du auch nicht garantieren, dass deine Arbeit 100%ig korrekt ist. Solltest du dazu ein Team bilden, würde ich dennoch strikt irgendwelche Verantwortungsklauseln herausnehmen, wenn du keine gute gewerbliche Haftpflicht hast. Das kann gerne mal in die Millionen gehen, wenn da etwas sensibles schief geht oder wenn ein Bieter in einer Ausschreibung möglicherweise wegen deiner "fehlerhaften" Übersetzung einen Auftrag nicht bekommt.

Es können auch Vertragsstrafen festgelegt werden, wenn du deinen Liefertermin nicht einhältst. Das ist nur recht und billig, immerhin möchtest du ja dein Geld auch rechtzeitig bekommen.

Bei einem so großen Projekt kann man auch Abschlagszahlungen und Teillieferungen vereinbaren. Letzteres mache ich immer nur ungern, weil man eigentlich immer bis zum Ende eines Auftrags Änderungen an der gewählten Terminologie vornimmt, die man dann durch Copy&Paste umsetzen kann. Das geht natürlich nicht, wenn man 50% des Auftrags schon ausgeliefert hat.

Frohes Schaffen!

HV

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