Das Konsulatsproblem hat begonnen
Lieber Jon, liebe Teilnehmer im Forum Cafeuni,
nicht jeder ist in der komfortablen Situation, Aufträge ablehnen zu können. Hier sollte der BDÜ politisch aktiv werden, und zwar beim Auswärtigen Amt.
Als Deutscher bin ich entsetzt, wie hier die türkische Bürokratie diskriminierend auf deutschem Boden eingreift. Wir wissen doch alle, dass das Sprachmonopol nicht an der türkischen Staatsangehörigkeit oder gar an einer rosa, grünen oder blauen Bescheinigung anknüpfen darf, die einen Menschen als "ehemaligen türkischen Staatsangehörigen" ausweist.
Wenn Sie hier juristisch tätig werden wollen, dann müssen Sie/wir in Ankara vor das Verwaltungsgericht ziehen.
Mein konkreter Vorschlag:
Jeder im Forum schreibt einen gleichlautenden Brief an den türkischen Botschafter in Berlin und an den deutschen Botschafter in Ankara. Der Brief sollte in etwa lauten:
"Exzellenz,
mit Befremden stellen Übersetzer und Dolmetscher für die deutsche und türkische Sprache in Deutschland eine neuartige Praxis türkischer Konsulate fest, die offenkundig auf eine aus Ankara kommende Anweisung hier um sich greift. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Praxis mit den Grundlagen der deutschen oder türkischen Verfassungsordnung sowie des Völkerrechts in Einklang stehen.
Die zu rügende Praxis besteht darin, dass die türkischen Konsulate in Deutschland dazu übergegangen sind, nur noch Übersetzungen solcher Übersetzer zu beglaubigen, die im eigenen Konsulatssprengel durch das örtlich zuständige deutsche Landgericht beeidigt worden sind. Es handelt sich dabei um eine Beschränkung der Berufsausübungsfreiheit gemäß Art. 12 des deutschen Grundsgesetzes, die durch kein öffentliches Interesse gerechtfertigt und daher nach deutschem Verständnis verfassungswidrig wäre. Hierüber hinaus beglaubigen türkische Konsulate die Übersetzungen von beim örtlichen Landgericht beeidigten Übersetzern nur noch dann, wenn diese die türkische Staatsangehörigkeit besitzen oder besessen haben. Die Folge hiervon ist, dass die türkische Sprache im deutsch-türkischen Verkehr seitens der türkischen Regierung in nicht zu rechtfertigender Weise zugunsten türkischer Staatsangehöriger bzw. ehemaliger türkischer Staatsangehöriger monopolisiert wird.
Ich erlaube mir im Hinblick auf das Prinzip der Gegenseitigkeit zu überlegen zu geben, welche Folgen es haben würde, wenn durch türkische Übersetzer in der Türkei hergestellten deutschen Übersetzungen grundsätzlich die Beglaubigung und Anerkennung durch deutsche Behörden verweigert würde. Noch interessanter wäre die Vorstellung, wenn die deutschen Behörden, insbesondere die Gerichte, ab sofort dazu übergingen, nur noch solche Übersetzer oder Dolmetscher zu beeidigen, die ihre deutsche Herkunft nachweisen können.
Ich fordere hiermit die türkische und die deutsche Politik auf, unverzüglich Abhilfe zu schaffen und diesen untragbaren Zustand zu beenden. Die Qualität der Übersetzerleistung wird nicht durch derartige bürokratische Gängelei gewährleistet, sondern ausschließlich durch überprüfte Sprachkompetenz."
Gruß
Christian Rumpf
Antworten (3)
Dieser Text sollte adäquat ins Türkische Übersetzt werden.
Liebe CafeUni Freunde,
das von Jon thematisierte Problem und der Aufruf vom Herrn Rumpf dazu haben hier leider nicht die verdiente Beachtung gefunden. Ich habe die sehr wertvollen Beiträge zu diesem Thema heute per Zufall noch einmal gelesen und möchte euch hiermit bitten dem Aufruf vom Herrn Rumpf zu folgen.
Kontaktdaten der türkischen Botschaft in Berlin
Runge Str. 9
10179 Berlin
Deutschland
Tel: [Telefonnummer entfernt]
Fax: [Telefonnummer entfernt]
E-Mail: [E-Mail entfernt]
Kontaktdaten der deutschen Botschaft in Ankara
Atatürk Bulvarı 114
06680 Kavaklıdere - Ankara
Tel.: [Telefonnummer entfernt]
Fax: [Telefonnummer entfernt]
Liebe Grüße
Mustafa
Bir deneme:
Sayın Büyükelçi
Alman ve Türk dilleri için Almanya’daki yeminli olan çevirmen meslektaşlarımız, Türkiye Cumhuriyeti konsolosluklarının son dönemde, T.C. Dış İşleri Bakanlığının bir talimatına dayanarak başlattıklarını zannettiğimiz bir uygulamadan dolayı son derece rahatsızdır. Söz konusu uygulamanın Almanya ve Türkiye’nin anayasal hükümlerine aykırı olduğunu ve uluslararası bir hukuk ihlali teşkil ettiğini düşünüyoruz.
Kınadığımız uygulama, Almanya’daki Türk konsolosluklarının, sadece kendi konsolosluk bölgesinde yerel salahiyetli Alman Eyalet Mahkemeleri tarafından yeminlilik zaptı verilen çevirmenlerin çevirilerini kabul ediyor olmalarıdır. Bu uygulama, Almanya Anayasasının 12. maddesine göre tanınan Mesleki Özgürlük hakkını kısıtlandıran ve herhangi bir kamu menfaati ile gerekçelendirilmesi mümkün olmayan bir uygulama olup dolayısıyla Alman hukukuna göre yasaya aykırıdır. Uygulamanın kınanan diğer bir boyutu ise, Türk konsolosluklarının yerel Eyalet Mahkemelerince yeminlilik zaptı verilen çevirmenlerden sadece halihazırda Türk vatandaşı olan veya bir zamanlar Türk vatandaşlığında bulunmuş olanların çevirilerini kabul ediyor olmalarıdır. Türk hükümeti, bu uygulamayla Almanca-Türkçe iletişimde Türk dili üzerinde haksız bir şekilde Türk vatandaşı ya da Türk kökenli çevirmenlere mahsus bir tekel oluşturmaktadır.
İzin verirseniz, karşılıklılık ilkesine dayanarak, Türkiye’de hazırlanmış olan çevirilerin, çevirmen Almanya’da ilgili bölgede kayıtlı değil diye resmi kurumlarca kabul edilmemesi durumunda meydana gelecek olan sıkıntıları bir düşünmenizi istirham ederim. Hatta, başta mahkemeler olmak üzere, Alman makamları sadece Alman vatandaşlığını belgelendirebilen çevirmenlerin hazırladıkları çevirileri kabul edeceği hayalini kurarsak, bunun daha da vahim sonuçlar doğuracağı kesindir.
Türkiye ve Almanya’nın yetkili makamları bu uygulamanın derhal son verilmesi için gereken önlemleri almak ve bu kabul edilemez durumu ortadan kaldırmak zorundadır. Çeviri kalitesi bu tür bürokratik engellerle değil, sadece denenmiş dil yetkinliği ile temin edilebilir.
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