Alnima yazilmis kara yazi
Diese Passage liest man unter anderem immer wieder in den Gefangenenbriefen, die im Rahmen der Briefzensur ins Deutsche zu übersetzen sind. Ich übersetze das seit jeher wie folgt:
mein unabänderliches / mein mir vorherbestimmtes, unglückseliges Schicksal
Es ist in meinen Augen wichtig, in der Übersetzung den Unvermeidbarkeitsaspekt dieser Vorherbestimmtheit mit reinzubringen, damit der deutsche Leser versteht, dass ein unerschütterlicher Schicksalsglauben dahintersteckt, den man in der deutschen Kultur mit dieser Intensität gar nicht kennt. Unzählige türkische Straftäter, deren Prozessakten und Briefe ich ins Deutsche übersetzt habe, berufen sich nach ihren Taten auf eben dieses "alın yazısı" und "kader". Ob eine solche Mentalität dem Menschen dabei hilft, dass er aus seinen eigenen Fehlern lernt und sich geistig weiterentwickelt, vermag ich jedoch nicht zu entscheiden.
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