Sağına bakma

Bölüm: Türkçeden Almancaya Çeviriler · 9 mesaj ·

Krogi

Liebe Runde,

hier gleich das nächste Problem.

Die Protagonistin liegt im Clinch mit ihrer (nur in ihrer Phantasie anwesenden) Mutter.

Sie hat sie gerade sagen lassen, sie soll vom Spiegel weggehen; denn "kuşluk vakti aynaya bakılmaz. Baban duyarsa valla kemiklerini kırar." Und dann spielt sie wieder sich selbst und antwortet:

"Senin mi, benim mi? Ah, anacığım, sağına bakma tren geçiyor, soluna bakma hamile kalırsın ."

Vermute ich richtig, dass sie in etwa sagen will, die Mutter wird schneller schwanger, als sie gucken kann?

Gruß,

Mau

Yanıtlar (8)

Regina

Ich denke eher nicht. Vermute mal, dass sie dadurch die vielen Verbote zu Sprache bringen will, die ziemlich sinnlos sind. Mir ihrer Aussage spottet sie über diese Verbote.

Warum sollte man den zu "kuşluk vakti" nicht in den Spiegel gucken dürfen. Angeblich bringt das irgendwie Unglück.

Zum Beispiel darf man ja auch an Dienstagen keine Wäsche waschen, sonst....

geloescht1

Ich schließe mich Canan an,

die Mutter ist wohl sonst auch sehr ängstlich und versucht durch sinnlose Vergleiche die Tochter vor Gefahren zu warnen, für die es eigentlich keine realistische Begründung gibt...

Mit solchen Warnungen kann man meist kleine Kinder noch von diversen Sachen abhalten, später, wenn sie erwachsen werden, schmunzeln sie rückblickend...

Krogi

Danke Canan, danke Bosporus,

ich hab mit euren Erklärungen allerdings ein Problem.

Die Protagonistin sagt nämlich direkt danach:

"Oo, ağzımdan kaçtı. Böyle şeyler söylememek gerektiğini öğrettiler bana."

Sie sagt also etwas, was sich nicht gehört, was man gern unter der Decke hält. Aber so wie ihr es deutet, ist es ja nur Spott. Warum sollte sie nicht sagen dürfen, dass sich die Mutter übertriebene Sorgen macht?

Gruß,

Mau

geloescht1

Auch hier ist Spott im Spiel... Dazu würde passen, dass sie dabei die Augen verdreht...

Tommiks

Lieber Mau,

da Sie ja immer sehr genau nachfragen und nur gaaanz schwer zu befriedigen sind , möchte ich mich den Vorrednern anschließen und bestätige hiermit, dass die Protagonistin sich hier ganz klar über die einem opportunistischen Aberglauben entspringenden, unsinnigen Verbote der Mutter mokiert und hinterher mit "Oo, ağzımdan kaçtı..." sogar noch eins draufsetzt, so nach dem Motto: "Da werden einem von den Erwachsenen nicht nur blöde Verhaltensregeln auferlegt, sondern es wird einem auch noch der Mund verboten, wenn man sich - so wie ich es hier am liebsten frei von der Leber weg tun würde - darüber beschweren will" (eine der Grundregeln der türkischen Erziehung lautet: Man darf die von den Eltern/Erwachsenen aufgestellten Ge- und Verbote niemals in Frage stellen).

Krogi

Danke, lieber Bosporus, lieber Jon,

eine Nachfrage (weil ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, wie jemand mit einem Zug abergläubische Vorstellungen verbinden kann):

Die Frau spricht ja wohl keine der "klassischen" Arten von Aberglauben an, die in der Türkei so verbreitet sind, oder doch? Wenn nein, ist es wahrscheinlich am besten, man übernimmt den Satz einfach so, wie er ist.

Gruß,

Mau

Regina

Es sind keine klassischen Arten des Aberglaubens, aber gerade darin liegt der Spott. Das hat mit dem Zug nichtzs zu tun. Sie hätte genausogut Flugzeug, Auto oder sonst was sagen können.

Sie formuliert selbst solche Gebote/Verbote, (Guck nicht nach rechts, es könnte ein Zug fahren, guck nicht nach links, du könntest schwanger werden) die genauso einen unsinnigen Inhalt haben, wie die der Mutter (guck nicht in den Spiegel...) Darin liegt der Spott oder auch die Kritik. Vielleicht wurde ihr Leben von solchen Verboten negativ beeinflußt, so dass sie sich jetzt auf diese Art dagegen auflehnt.

Krogi

Ok, Canan,

ich denke, dann kann ich das ganz wörtlich übersetzen.

Gruß,

Mau

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