Allgemein Frage zu türkischen Namen

Bölüm: Türkçeden Almancaya Çeviriler · 3 mesaj ·

angie

Hallo,

ich stehe bei meinen Übersetzungen nicht selten vor der Frage, ob und inwiefern der deutsche Leser, der eine Übersetzung aus dem Türkischen vor sich liegen hat, mit den Orts- und vor allem Personennamen darin zurechtkommt. Die türkischen Umlaute, die in manchen Orts- oder Personennamen teilweise mehrmalig vorkommen, sorgen meiner Meinung nach nicht selten für unnötige Verklausulierungen oder verursachen schlicht eine zusätzliche Komplexität.

Daher meine Frage an die Übersetzer-KollegInnen hier: bleibt ihr etwa bei dem Wort "Elazig" oder aber "Teskilat-i Mahsusa Sifre Kalem Müdürlügü" bei der originären Schreibweise oder verzichtet ihr auf die türkischen Umlaute, wenn ihr die Namen übernimmt?

Nicht wenige meiner Übersetzungen haben daher oftmals gleich 4-5 Fußnoten, in denen ich durch "Anm. d. Ü." diesen Umstand zu erläutern pflege

Yanıtlar (2)

Tommiks

Hier meine eigenen Sonderzeichenregeln in Kurzfassung für Übersetzungen ins Deutsche:

Bei in der deutschen Sprache lexikalisierten Eigennamen wie "Istanbul" und "Izmir" verwende ich keine Sonderzeichen. Notfalls im deutschen Online-Duden nachschauen, ob der Name bereits eingedeutscht ist und somit die internationale (deutsche) Schreibweise verwendet werden kann. Dasselbe gilt für Personennamen.

Bei beglaubigten Übersetzungen immer Sonderzeichen verwenden (außer wie gesagt bei "Istanbul", "Izmir" usw.).

Bei unbeglaubigten Übersetzungen für Behörden (kommt ja auch vor) verwende ich ebenfalls immer die türkischen Sonderzeichen (außer "Istanbul", "Izmir" usw.).

Bei unbeglaubigten Übersetzungen für Versicherungen und ähnliche Zielgruppen, also bei allen Aufträgen, wo es nicht im geringsten um die Form, sondern allein um den Inhalt geht, verzichte ich generell auf türkische Sonderzeichen, d.h. ich schreibe dann "Ismet Agaoglu" und nicht "İsmet Ağaoğlu". Das Problem ist nämlich, wie du auch sagst, dass die Verwendung sämtlicher Sonderzeichen die Lesbarkeit für Deutsche extrem erschweren kann.

Bei Aufträgen, wo es sehr auf Genaugkeit und Präzision ankommt, verwende ich die türkischen Sonderzeichen und mache notfalls auch mal eine Anm.d.Übers.

Aber 4-5 Fußnoten pro Seite allein wegen der Schreibweisen halte ich für übertrieben. Eigentlich reicht doch eine einzige einleitende Fußnote, wo man generell angibt, wie man bezüglich der Schreibweisen und Sonderzeichen vorgehen wird, völlig aus, oder?

angie

Hallo Jon,

danke für deine - für mich - hilfreiche Antwort.

Ich hatte bislang jedoch auch bei meinen beglaubigten Übersetzungen für Behörden (insbesondere Gerichtsurteile bei Zivil- und Strafsachen sowie Fernmeldeprotokolle) auf türkische Schriftzeichen gänzlich verzichtet; mancher Richter oder Beamter begrüßte dies dann auch stets (nur in Bayern nicht )

Dass die Anzahl der Fußnoten (4 bis 5 pro Übersetzung) bei mir definitiv zu hoch ist weiß ich jetzt auch. Werde mich künftig wohl knapper fassen müssen. Es ist immer ein gewisses Restrisiko dabei, wieviel man beim Leser voraussetzen muss / darf...

Iyi çalışmalar

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